Streitlöser, nicht nur für die Bau- und Immobilienindustrie

Grundlagen des Konfliktmanagement und der ADR


In den meisten Bauverträgen müssen nach Vertragsabschluss weitere Einigungen erreicht werden. Das ist absolut normal. Professionelle Bauverträge enthalten vertragliche Regelungen zum Umgang mit:
  • Änderungen des Leistungsumfangs durch den Bauherrn (Erweiterungen, Kürzungen, abweichende Materialien, Technologie, zeitliche Randbedingungen &c.)
  • Prozeduren zum Umgang mit Nachforderungen des Auftragnehmers
  • Umgang mit veränderten äußeren Einflüssen (z.B. Nachbarschaftsrecht, geänderte Behördenauflagen, neues Recht oder höhere Gewalt), aber auch
  • Vertragsverletzung einer Partei und
  • Regelungen zur externen Streitbeilegung über ordentliche Gerichte oder Regelungen für außergerichtliche Streitlösungsverfahren.
Konflikte entstehen immer zwischen Menschen. Der Sachkonflikt ist nur die Spitze eines Eisbergs. Im Hintergrund liegen unterschiedlichste andere Themen, die nicht unbedingt mit dem offensichtlichen Sachkonflikt verbunden ist.
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Es liegt in der Verantwortung der Vertreter der Parteien vor Ort, direkte Kommunikation zur Konfliktlösung zu nutzen. Wichtige Grundprinzipien für erfolgreiches Konfliktmanagement sind:
  • Strikte Trennung einer Person von ihrer Rolle/Arbeitsaufgabe, wertschätzende Kommunikation
  • Priorität auf die Beseitigung von Störungen
  • Abwägung der eigener Interessen mit den Projekt-Zielen (Erkennen, dass die eigene Wahrnehmung subjektiv ist.)
  • Mit Kreativität zu mehr Lösungsalternativen
  • Gezielte Kommunikation
Wenn die Parteien es nicht schaffen, Sachkonflikte erfolgreich zu lösen, eskalieren diese nach dem von Friedrich Glasl aufgestellten neunstufigen Modell:
Source: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Konflikteskalation_nach_Friedrich_Glasl#/media/Datei:Konflikteskalation_nach_Glasl.svg
Alle außergerichtliche Streitlösungsverfahren (Engl.: Alternative Dispute Resolution /ADR) binden externe Streitlöser ein. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl sind Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit. Nachfolgende Grafik zeigt, wie sich die Freiheit der Parteien mit zunehmender Eskalation immer weiter einschränkt.
German Resolver: ADR-Verfahren im Vergleich
Im Zuge der Eskalation verschieben sich auch bei den verschiedenen ADR-Verfahren genutzten Kernkompetenzen vom "gesunden Menschenverstand" / Verhandlungsgeschick hin zu juristischer Kompetenz, die auf technische und kaufmännische Bewertung aufbaut.
German Resolver: Konfliktlösungskompetenzen zugeordnet auf Streutlösungsverfahren